I'm not perfect - and that's okay.

Jess verfasste kürzlich einen Artikel zu 10 kleinen Unzulänglichkeiten, die sie schon eine ganze Weile begleiten. Obwohl ich stets dafür plädiere, Stärken hervorzuheben anstatt auf Schwächen herumzuhacken (Ich bin zu 95% ein ekelhaft zuversichtlicher, positiver Mensch...), hat mich ihre Liste blendend unterhalten, mehrmals "Hier, ich auch!" denken lassen und dazu inspiriert, meine eigenen Unzulänglichkeiten unter die Lupe zu nehmen. Denn die sind zutiefst menschlich und auch voll okay so. Vergisst man in Zeiten perfekt arrangierter Instagram-Schnappschüsse ja gerne mal.

Jess has written an absolutely charming overview about 10 little flaws, she's been struggling with. I loved the idea, because it was such an entertaining read and so totally relatable. Usually, I am the one to tell you to focus on your strength instead of your weak spots (Yes, I am awfully positive and sanguine. It can be annoying sometimes...). Flaws are human and adorable and it's okay to be imperfect. That's something one might tend to forget over perfectly filtered Instagram or Facebook feeds.

embrace yourself imperfections cat king cat content love perfect
I'm not purrfect and that's okay!

Hier sind 10 Unzulänglichkeiten aus meinem eigenen "Fundus":

1. Telefonieren

Menschen, die regelmäßig mit mir telefonieren werden sich sicherlich wundern, denn diese kleine Schwäche merkt man mir im Alltag nicht an. Wie auch? Als Freiberufler ist es ein absolutes Muss, dass ich telefonisch erreichbar bin oder mich auch mal bei Kunden umgehend per Telefon zurückmelde. Aber ich hasse es und wenn es irgendwie geht, drücke ich mich davor. Der Gedanke, mit einem Menschen zu sprechen, dem ich nicht in die Augen sehen kann, behagt mir schlichtweg nicht.

2. auch mal Nein sagen

An diesem Punkt arbeite ich hart. Schließlich kann ich wirklich nicht mehr jeden Auftrag annehmen (Auch wenn die meisten wundervoll und spannend sind und ich am liebsten 48 Stunden täglich durchillustrieren würde, um alles zu schaffen..), Drölf Blogkooperationen eingehen, für Externe schreiben, zwischendurch noch das Kind hüten und nebenbei den Haushalt ganz alleine wuppen und drei vollwertige Mahlzeiten kochen. Am Ende bleibt nämlich nur einer auf der Strecke: Ich. Aber es fällt mir so. verdammt. schwer.

3. rechtzeitig ins Bett gehen

Auch die Zeit mit Baby und Kind hat mich nicht davon abbringen können, mir die späten Abendstunden mit allerlei Wichtigem und weniger Wichtigem um die Ohren zu schlagen. Der Wecker klingelt um 6 Uhr. Ach, so schlimm wird das schon nicht werden. Doch, wird es. Immer. Aber was das angeht, bin ich extrem erfahrungsresistent.

4. auch mal Fünfe gerade sein lassen

À propos drei vollwertige Mahlzeiten: Was ich mache, will ich richtig machen. Meine Ansprüche sind hoch, das bekomme ich besonders im Alltag zu spüren. Haushalt, Kind und Job, das muss doch machbar sein. Das muss doch gehen. Was ich mir vorgenommen habe, das wird auch durchgezogen (siehe hierzu auch 2.) - koste es was es wolle. Es fällt mir wahnsinnig schwer, mich von einmal gefassten Vorsätzen zu verabschieden, aber ich übe jeden Tag, mich ein bisschen locker zu machen. Toi, toi, toi.

5. Rechtschreibung und Kommasetzung

Da geht es mir wie Jess. Eine große Schwäche, die sich auch durch hartnäckige (Selbst)korrektur nur ganz, ganz langsam bessert.

6. die Klopapierrolle

Wieder eine Marotte, die ich mir mit Jess teile: Das lose Ende der Rolle muss nach vorne hängen, nichts zur Wand. Erwische ich irgendwo eine falsch aufgehängte Rolle, wird diese Missstand umgehend korrigiert.

7. andere den Tisch abräumen lassen

Ich habe 16 Jahre am Stück in der Gastro gearbeitet, teilweise sogar Vollzeit. Wenn ich auswärts essen bin, beginne ich manchmal immer noch automatisch Teller und Besteck zusammen zu stellen, sobald alle fertig sind. Am liebsten würde ich den ganzen Kladderadatsch dann gleich noch in die Küche tragen. Manchmal kann ich mich aber auch beherrschen. Komisch fühlt es sich trotzdem hin und wieder an, selber "nichtsnutzig" am Tisch zu sitzen.

8. Backen

Gib mir spannende Zutaten und einen Herd und ich werde mit Freuden stundenlang in der Küche stehen, um daraus etwas schmackhaftes zu schmurgeln. Ich liebe Kochen und experimentiere gerne. Ebenso leidenschaftlich hasse ich es zu backen. Es liegt mir nicht. Es langweilt mich. Weihnachten und Geburtstagen sehe ich daher durchaus zwiegespalten entgegen.

9. Smalltalk

Reden, wenn ich nichts zu sagen habe? Wohl eher nicht. Interesse heucheln, obwohl es Zero Gemeinsamkeiten gibt? Nicht meins. Und falls ihr mich doch mal irgendwo leidenschaftlich über das Wetter schwadronieren hört, dürft ihr mir gerne kräftig in den Arm zwicken.

10. Kontinuität

Klar, im Job muss das und geht auch irgendwie, aber gerade hier auf dem Blog geht es doch eher spontan zu. Einige Beitragsreihen sind zwar an Wochentage gekoppelt (Foundation Friday...), aber einen festen Rhythmus konnte ich noch nie etablieren. Ich weiß zwar, dass das total dufte sein soll, wenn man wachsen und regelmäßig mehr Leute erreichen möchte, aber irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass das in diesem Leben nichts mehr wird.

Und, wie sieht's bei euch aus?


Kommentare:

  1. Ah, Nummer 3! Kenn ich! Und jedes Mal beiße ich mir so dermaßen in den Hintern! Wobei ich mir immerhin angewöhnt habe, spätestens um 11 (ich muss ja glücklicherweise oft nicht all zu früh raus) den Rechner auszumachen und so langsam, aber sicher, das ins Bett gehen anzukündigen. Dann liege ich zumindest schon im Bett und kann mich dort mit sinnfreien Dingen beschäftigen, bis mir die Augen zufallen.
    Nummer 5 hätte ich bei dir aber gar nicht erwartet! Das Erscheinungsbild deiner Texte und Tweets ist immer so akkurat! :O
    Kontinuität kann ich auch eher schlecht. Leider auch bei Dingen, die mir eigentlich total Spaß machen. Aber nach fünf, sechs Mal wirds langweilig. Es fehlt dann der Kick. Das gewisse Etwas. Und dann schläfts ein...

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    1. Der Schlüssel zu (oder gegen) Nummer 5 ist rigoroses Redigieren. Da veröffentliche ich auch gerne mal Tweets 2-3 mal, bis alle Fehlerchen ausgemerzt sind. Ich wette, auf meinem Blog tummeln sich trotzdem noch eine Menge sprachlicher Kuriositäten. :)

      Langeweile ist ein guter Punkt. Und wenn aus etwas Spannendem dann irgendwie ein Zwang wird. Mir geht es dar im Grunde ähnlich.

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  2. Die Abneigung gegens Telefon und falschrum aufgehängte Toilettenpapierrollen teile ich leidenschaftlich. Aber ich hasse Kochen und liebe Backen. Scheint mir nur wenige Menschen zu geben, die beides mögen ... :D

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    1. Das stimmt. Ich traf bisher auch nur auf Menschen, die eindeutig eines der beiden favorisiert haben. :)

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    2. Dann gehöre ich wohl zu den seltenen Ausnahmen: Ich koche und backe gerne! ;-)

      chastity64

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    3. Super Sache. Ich gebe zu, ich beneide dich gerade ein wenig darum! :)

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  3. Noch eine Stimme für Punkt 1: ich hasse es auch, zu telefonieren, und bin echt dankbar für die Erfindung der Email ;) Zum einen mag ich es, wie du, nicht, wenn ich den anderen dabei nicht sehe, ein wichtiger Grund für mich ist aber auch, dass ich immer Angst habe, Leute zu stören. Bei Mails können sie selbst entscheiden, wann sie mir antworten... (was natürlich nicht immer ideal ist, aber trotzdem...).
    Das mit dem Klopapier kann ich auch so unterschreiben ;)
    Was Rechtschreibung betrifft, bin ich das genaue Gegenteil von dir: da bin ich extrem penibel. Diese Mode, in SMS alles nur klein zu schreiben oder absichtlich falsch (bzw. halt so, wie man es ausspricht) finde ich ganz grausam und kann mein "Gegenüber" dann einfach nicht richtig ernst nehmen. (ich muss aber auch sagen, dass mir auf deinem Blog noch nichts negativ aufgefallen ist in dieser Hinsicht ;) )
    Weitere Punkte: 1. Ich hasse es, zu spülen - die ätzendste Aufgabe im Haushalt ohne Spülmaschine. 2. Ich nutze meine Freizeit nicht so, wie ich es könnte. Oft gammel ich dann den ganzen Tag nur auf dem Sofa rum und gucke Serien, anstatt wirklich mal etwas Produktives zu machen, rauszugehen, ins Museum o.ä. 3. Ich tue mich schwer damit, Anschluss zu finden, wenn ich nur mit Unbekannten zusammen bin (erst neulich wieder bei einer Tagung). Dann passiert es, dass ich ewig allein in der Ecke stehe - und mich gleichzeitig über mich selbst ärgere...

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    1. Es freut mich wirklich sehr, dass ihr vergleichsweise wenig Fehler auf dem Blog findet, die euch massiv stören. Falls doch mal was dabei sein sollte: Gerne höflich drauf hinweisen :)

      Spülen fand ich übrigens nie schlimm, Geschirr abtrocknen schon. Auch die Sache mit der Freizeitgestaltung kenne ich gut. Allerdings aktuell eher aus dem Bedürfnis nach Ruhe und Nichtstun heraus, weil ich derzeit eh zu wenig Zeit für mich habe. ^^

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  4. Bei Punkt 9 bin ich bei Dir. Auch wenn es mitunter recht unangenehm ist, wenn man sich dann anschweigt :)

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    1. In solchen Fällen freue ich mich immer, wenn es die Option "Bar" oder "Buffet" gibt. :)

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  5. 10/10 Dingen kann ich genauso unterschreiben :D Smalltalk und Telefonieren ist verhasst, die Perfektion muss sein und die Ansprüche auch. Ein toller Tag <3 Ich glaube, den mach ich mal mit.

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    1. Bittegerne. Und falls du etwas veröffentlichst, freue ich mich über einen Link hier in den Kommentaren, damit ich schmökern kann! :)

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  6. Haha, ich habe auch einen Backtick, aber ein bisschen anders als du: Ich liebe es, zu backen - aber wenn ich es selbstgemacht habe, schmeckt es mir nicht. Egal, was die anderen sagen, ich mag nur Kuchen, den jemand anders gemacht hat :D

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    1. Witzig. DAS habe ich tatsächlich noch nie gehört! Ist aber auch irgendwie praktisch - du kannst backen soviel du willst und bleibst trotzdem gesund. :)

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  7. Bis auf Punkt 5 finde ich mich in allen Punkten von dir wieder. :) Telefonieren würde in meiner Liste dabei auch definitiv auf Platz 1stehen! :D Danke für die unterhaltsame Liste!

    Liebe Grüße
    Ida

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  8. Nummer 1, 2 und 6!

    Das mit dem Klopapier ist bei mir absolut zwanghaft. Ich arrangiere die Rollen sogar auf öffentlichen WCs um, so sehr hasse ich das.

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  9. Ich hasse es zu telefonieren, die Klopapiermanie teile ich ebenfalls und das mit dem Small Talk wird in diesem leben auch nix mehr ;o)

    LG

    Sandra

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