Gelesen: Dead until Dark/Vorübergehend Tot

Ich hab's also getan. Ich habe ein weiteres "Vampirbuch" gelesen, diesmal Dead until Dark/Vorübergehend Tot, den ersten Band der Sookie-Stackhouse-Reihe von Charlaine Harris. Nachdem die Romane Pate standen für die HBO-Serie True Blood waren die Chancen nicht schlecht, daß es mich begeistern würde. Schließlich versprach das Buch deftige und spannungsgeladene Unterhaltung abseits vom Twilight-Geseiere.

So I did it, I read another one of those "Vampire-Novels". Blame me for being an amateur, but I really believed Dead until Dark by Charlain Harris would deliver a truly entertaining, juicy and enthralling reading-experience. After all, HBO made the books into a series (True Blood), right? Skip to the bottom of this entry, if you're interested in my two cents on this.


Worum geht's?

"Sookie Stackhouse jobbt in einer Kleinstadt in Louisiana als Kellnerin. Sie ist still, introvertiert und geht selten aus. Nicht, daß sie nicht hübsch wäre. Im Gegenteil. Sookie hat nur, na ja, eben diese "Behinderung". Sie kann Gedanken lesen. Das macht sie nicht gerade begehrenswert. Doch dann taucht Bill auf. Er ist groß, düster, gutaussehend - und Sookie hört kein Wort von dem, was er denkt. Er ist genau die Art Mann, auf die sie schon ihr ganzes Leben lang wartet..."

Mjoah, das war's eigentlich auch schon an handlungsrelevanten Fakten. Ach ja, Bill ist natürlich ein Vampir. Vampire haben sich "geoutet" und leben in (nicht ganz) friedlicher Koexistenz mit den Menschen zusammen. Es gibt einen frei verkäuflichen synthetischen Blutersatz, so daß Vampire nicht mehr gezwungen sind die Menschen anzuzapfen. Sookie und Bill verfallen einander selbstverständlich und alles könnte schön und gut sein. Ist es aber nicht. Man begegnet Vampiren und ihren Liebchen mit gewissen Ressentiments im Süden der Vereinigten Staaten (Hört, hört!).
Daß ein Serienmörder in dem kleinen Örtchen Bon Temps sein Unwesen treibt und bevorzugt Frauen, die mit Vampiren verkehrten, abschlachtet trägt nicht gerade dazu bei das Klima zu entschärfen. Sowohl Bill als auch Sookies Bruder werden verdächtigt, diese Morde begangen zu haben. Während man also versucht, die Morde aufzuklären, Sookie hin- und hergerissen vor den Problemen einer Beziehung mit einem Untoten steht und sich außerdem plötzlich auch von ihrem Boss Sam (einem Gestaltwandler, wie sich herausstellen wird....) umworben sieht, wird natürlich munter - pardon - gev**gelt, was das Zeug hält. Durchaus pikant und in ungewöhnlichen Konstellationen, aber kann diese Tatsache über die uninspirierte Art, mit der Harris ihr Ideenfeuerwerk an die Wand fährt, hinwegtäuschen?

Meine Bescheidene Meinung

Was für ein Szenario! Was für eine Fülle an Ideen, die Harris hier aufstellt! Vampire "leben" legal mitten unter den Menschen, Telepathen und Gestaltwandler runden die übernatürliche Besetzung ab. Das Ganze spielt in den Südstaaten, ein Setting also, in dem Engstirnigkeit, Hinterwäldlertum und Mystisches leicht Hand in Hand gehen. Und als Krönung bekommt der Leser noch einen Serienmörder serviert. Es könnte also alles wunderbar seinen Gang gehen - tut es aber nicht.
Auf den letzten Seiten entwickelt die Erzählung leidlich Spannung, davor dümpelt die Story träge dahin. Der Leser ahnt jede Wendung, jede Enthüllung schon im Voraus, weil sie unfassbar plump eingeleitet werden.
Sookie ist eine Figur, die so unglaublich seicht und oberflächlich entworfen wurde, daß man sich garnicht mit ihr identifizieren möchte, man interessiert sich noch nicht einmal wirklich für sie. Genauso verhält es sich mit den restlichen Figuren des Buches. Irgend etwas fehlt einfach, die magische Zutat, das Innenleben, das aus interessanten Ideen packende Passagen macht. Wie kann man als Autor nur soviel Potential verschenken? Ihr seht mich staunen und nach Antworten suchen. Ist es das Tempo? Ist es die fehlende Außeinandersetzung mit den Figuren? Hat Harris es schlicht und einfach "nicht drauf"?
Ich fand das Buch langweilig und enttäuschend. Hat jemand von Euch die Serie vielleicht schon gelesen und könnte mir verraten, ob sich die Figuren entwickeln und die Lektüre spannender wird? Lohnt es sich, den zweiten Band zu lesen?

My two cents:

Honestly Mrs. Harris, how could you come up with this brilliant set of ideas and so totally screw it up? It would've done you good to invest a second or two in the theorie of storytelling and character design. Why is everything in this book so damn predictable? Why are the characters so shallow and unlovingly created? Gee, the raw materials are second to none: Vampires, shape-shifters, a telepath, sex, mossbacks, a serial killer... it's all there but the book ends up to be boring and uninspiring as hell. I don't get it. Has anyone out there actually read more of the series? Will the books improve?

Kommentare:

  1. Also ich mochte das Buch und die meisten der anderen Bücher auch ;) Hab die komplette Reihe daheim und ich denke wenn du das erste Buch nicht magst, wirst du eher die anderen auch nicht mögen. Es ist immer viel Inhalt auf relativ wenigen Seiten. Les dir mal bei Amazon ein paar Rezensionen durch.

    Magst du True Blood als Serie? Also ich finde mit dem sexuellen Inhalt ist das Buch da ja noch eher fast jugendfrei ;)

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  2. @Enie ♥: Danke für Deine Einschätzung. Die Serie mag ich tatsächlich sehr. Erstaunlich, daß hier die filmische Umsetzung besser zu sein scheint als die Vorlage... :D

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  3. Ich persönlich kenne nur die Serie und finde sie sehr gut, jedoch kann ich Sookie schon in der Serie absolut nicht leiden weil ich persönlich sie als Charakter ohne Tiefgang empfinde.Ich weiss nicht ob es an der Schauspielerin oder an Sookie als Charakter liegt. Bei Twilight beispielsweise wird in dem Buch sehr viel von Bella's "Innenleben" dargestellt, Kristen Stewart hingegen vergeigt es jegliche Emotionen zu zeigen und lässt Bella "stumpf" wirken.
    Nur meine Meinung natürlich ;)!
    Danke für deine Review, so erspare ich mir einen eventuellen Fehlkauf und leihe mir die Bücher lieber ;)

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  4. ich muss mich Lily anschließen was Kirsten Stewart angeht.
    Die Serie mag ich unglaublich gern und freu mich schon darauf, dass bald die nächste Staffel rauskommt <3
    Ich hab einen Narren an Eric gefressen *-*

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  5. Danke für die review, ich hab die erste Staffel der Serie geguckt udn eien freundin meinte die Bücher sind vieeeel besser.
    Aber ich bin sowieso sehr pingelig und kann mir gut vorstellen dass ich ihr das Buch um die ohren hauen würde weils Misst is xD

    LG Mika

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  6. Ich fand das Buch auch eher langweilig und ziemlich schlecht, True Blood liebe ich hingegen sehr. Die Ideen sind also anscheinend wirklich (größtenteils) gut, aber die Umsetzung ist dann doch eher auf Hausfrauenschundromanniveau. ;)
    Nachdem ich so ungeduldig war wie es nach Staffel 3 weiter geht, habe ich mir etwas zähneknirschend Band 4 besorgt, musste aber feststellen dass so viel verändert wurde, dass man nicht mehr wirklich mitkommt. Außerdem mag ich die Charaktere der Serie viel zu gern und mag nicht mehr auf sie verzichten. Lange Rede kurzer Sinn: Serie top, Bücher Geschmackssache. ^^

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  7. Sehr interessant zu sehen, daß die Meinungen größtenteils doch in die gleiche Richtung tendieren: Serie top - Bücher eher flop. :D

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  8. Ich liebe die Bücher und lese sie immer und immer wieder gerne. Die Serie ist auch sehr sehenswert, trotz das sie soviel geändert haben (wenn man es mit dem Buch vergleicht). Ich schaue alle Staffeln auf Englisch da ich einfach nicht warten kann. Ende Juni kommt die langerhoffte vierte Staffel und ich bin jetzt schon ganz hibbelig.

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  9. Ich kenne beides und kann mich nur anschließen: Serie top (Eric *sabber*), Bücher schlechtgeschriebener Schund, aber mal unterhaltsam für zwischendurch. Immerhin hast Du es ja scheinbar auch im Original gelesen -- ich vermute die Übersetzung würde es nur schlechter machen...
    Ich freue mich auf jedenfall auch schon auf die 4. Staffel. Es verspricht handlungsmässig und optisch sehr nett zu werden :-D

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  10. ich hab mich durch den ersten und 10 seiten des zweiten teils gekämpft. und es danach weggelegt.
    ich habe mich richtig unwohl in diesen büchern gefühlt, so dass ich nicht länger ein teil davon sein wollte.
    die serie kann ich leider auch nicht so richtig ab. die vermittelten frauenbilder sind stereotypisch und gegen sowas rebelliert mein inneres.
    ich würde dir empfehlen, weitere bände zu ignorieren und zu einem anderen genre zu wechseln. :D

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  11. @Strawbemmy: Stereotypisch, DAS ist es! Das hat mich besonders genervt an dem Buch. Danke Strawbemmy. ♥

    Ich habe mir einiges von Tolstoi und Sartre besorgt und kehre der Trivialliteratur nun für eine Weile den Rücken. Falls allerdings jemand heiße Buchtips hat - immer her damit.

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  12. waaaas, ich find die bücher wirklich toll! gut, am anfang erinnert es arg an twilight und mit der bill-sookie-kombie kam ich gar nicht klar... aber die verhältnisse verändern sich ja extrem. inzwischen hab ich alle bücher und true blood - folgen durch und muss sagen, da wurde krass viel verändert. erstes buch ist noch synchron zur ersten staffel, danach läuft nix mehr parallel.
    ich persönlich finde die bücher aber wirklich gelungener – da kann ich besser mitfiebern, mitfühlen und handlungen nachvollziehen (und außerdem nimmt die serie teilweise ja fast pornohafte züge an...)

    und ja, eric ist heiß! :D

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  13. @Anonym: An der expliziten Auslegung der Serie scheiden sich anscheinend wirklich die Geister. Ich persönlich finde das nicht schlimme, aber für die Geschichte auch nicht zwingend notwendig. Sexszenen scheinen hier eher ein Mittel zum Zweck zu sein um die Zuschauer zu binden und sich von ähnlichen Serien abzugrenzen. Ist zumindest meine Vermutung.

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  14. Ich habe es gern gelesen, aber besser wurde die Serie keinesfalls... Was ich daran mochte, war die mal ganz andere Einbettung. Aber Sookie kann einem schon schnell auch mit ihrer Art auf den Keks gehen. Ich habe die Bücher als ungekürzte englische Hörbücher gehört. Durch den Südstaatenakzent hatte es seinen Charme und zum gemütlich hörend "schmökern" war es gut. Es wäre keine "musst Du unbedingt lesen"-Empfehlung. Aber wenn man modernere Fantasy mag, einen Versuch wert.

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  15. bin grad beim schmökern über diesen post gestolpert...
    die reihe steht auch auf meiner wunschliste, eure negativ angehauchten meinungen werden ignoriert.^^
    bei diesem genre bin ich prinzipiell leicht zu beeindrucken :D

    um dir aber mal ein buch zu empfehlen: Totenbraut von Nina Blazon, mein Lieblingsbuch schlechthin. Es ist aus der Ich-Persektive einer klugen, starken und mutigen jungen Frau geschreiben (Oh Gott, dieder Satzanfang klingt eher nach einen Schicksalsroman xD) die aus ihren einfachen, aber warmem Leben in eine andere, kältere welt geworfen wird, in der man ihr mit viel feindseligkeit, vorurteilen und vorsicht begegnet. die story ist abhängig von zeit und ort und ich finde den aberglauben und die ungebildet-heit(?) des volkes beeindruckend. schau dir mal die inhaltsangabe an, ich liebe das buch^^
    es enthält auch eine liebesgeschichte, diese ist aber eher der schimmernde faden, der sich um den hauptstrang rankt. und falls du irgendwo was von vampir lesen solltest, es ist KEINE vampirgeschichte ^^

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  16. ok, sei so gut und lies NICHT die inhaltsangabe bei amazon, die ist viel zu ausführlich und nimmt einem, meiner meinung nach, schon einen teil der leseentdeckung, die bei bertelsmann ist besser

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