Tiere Essen

Seid knapp drei Monaten liegt Tiere Essen von Jonathan Saffran Foer schon bei mir herum. Drei Monate lang habe ich mich immer wieder darum gedrückt, es mir durchzulesen. Haben wollte ich es unbedingt, weil viele Leute diesen einen magischen Satz geäußert haben: "Dieses Buch hat mein Leben verändert." Was für eine Aussage! Die muß man sich doch im wahrsten Sinne des Wortes auf der Zunge zergehen lassen, oder? Was muß das für ein Buch sein, das die Menschen in unserer schnellebigen Welt aufrütteln kann? Wir sind doch von so vielen diffusen Dingen wie Terrorismus, globaler Erwärmung, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise etc. bedroht und flüchten uns lieber in digitale Parallelwelten, Konsum, Arbeit, als das wir uns mit uns und unserer Umwelt auseinandersetzen. Meine Neugierde war mehr als geweckt und so habe ich das Buch über die Feiertage ausgelesen.

Eating Animals by Jonathan Saffran Foer has been lying around here for 3 month roughly. I've been constantly dodging it throughout the whole time. However, I HAD to have it because people were uttering this unique, magical sentence: "This book changed my life." What a statement! One has to savour this in the truest sence of the word, hasn't he? What kind of book has the power to arouse people nowadays? We're threatened by so many diffuse things such as terrorism, global warming, unemployment, the economic crisis an so forth. We prefer to take refuge into parallel digital lifes, consumerism, work, instead of questioning ourselfs and our environment at least a tiny bit. Eventually I got curious enough to venture this reading over the holidays. And know what? It actually DID change my life. I doubt that I will turn into a vegetarian. But I am perceiving things differently, acting differently - more conscious.  So why don't you give it a go if you dare to face the bare facts?


Der Titel lässt unschwer erahnen, daß es hier um den Verzehr von Fleischprodukten geht. Um Massentierhaltung. Industrialisierte Schlachtung. Verseuchtes, infiziertes Fleisch. Umweltbelastung. Krankgezüchtete Tiere. Keine Angst, ich werde hier nicht die Moralkeule schwingen. Wie und was wir essen, ist eine sehr komplexe und individuelle Angelegenheit. Das entscheidet jeder für sich alleine. Ich persönlich mag Fleisch, Fisch und Meeresgetier. Ich habe viel Zeit auf dem Bauernhof meiner Großeltern verbracht. Tiere zu schlachten um sie zu essen war für mich immer normal und es würde mir schwer fallen, eine rein moralische Begründung zu finden, das nicht mehr so zu sehen. Aber jetzt kommts: Seid ich das Buch gelesen habe, habe ich kein einziges Mal Fleisch, Fisch oder Wurst im Supermarkt gekauft. Ich kann keine Burger mehr essen, weil es mir dabei übel aufstößt. Das ist die große Stärke des Buches: Es zählt Fakten auf, die wir Alle kennen, aber ganz weit von uns weggeschoben haben. Wir wollen lieber nicht zuviel über das nachdenken, was wir uns da gerade reinschieben. Würden wir es tun, würde uns vermutlich wirklich alles wieder hochkommen. Ich denke nicht, daß dieses Buch mich zum Vegetarier machen wird. Aber es hat in mir das Bedürfnis geweckt, ein bisschen genauer hinzusehen, auf Übermaß zu verzichten und dafür wenige, hochwertige Dinge bewusster zu genießen. Fleisch war mal ein Luxus, den man sich einmal in der Woche gegönnt hat. Heute werden wir erdrückt von einer Überfülle an unter zweifelhalften Bedingungen produziertem Billigfleisch. Über das was man isst oder lieber nicht essen möchte nachdenken zu können ist ebenfalls Luxus. Ein Luxus, den ich mir guten Gewissens gönnen kann.

Kommentare:

  1. "Fleisch war mal ein Luxus, den man sich einmal in der Woche gegönnt hat. Heute werden wir erdrückt von einer Überfülle an unter zweifelhalften Bedingungen produziertem Billigfleisch. Über das was man isst oder lieber nicht essen möchte nachdenken zu können ist ebenfalls Luxus. Ein Luxus, den ich mir guten Gewissens gönnen kann."

    Unterschreibe ich genauso.
    Ich bin Vegetarierin, aber nicht, weil ich denke, dass der Mensch kein Fleisch essen soll, sondern weil ich die Art, wie heute Fleisch produziert, verkauft und konsumiert wird, so abstoßend finde, dass es mir nicht mehr schmecken will.

    Lieber einmal in der Woche ein Bio-Huhn, dass ein einigermaßen artgerechtes Leben hatte, als fünfmal die Woche Matschfleisch mit Antibiotika-Zugabe von kaputtgequälten Tieren aus Massenproduktion.

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  2. sehr gut geschrieben, liebe frau kirschvogel! :) ich selbst bin keine vegetarierin, aber man sollte trotzdem mal darüber nachdenken, was man so gedankenlos kauft und zu sich nimmt..

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  3. Die Meinung vertrete ich auch. Ich bin keine Vegetarierin und werde auch nie eine werden. Ich mag Fleisch und ich finde es nicht verwerflich, aber ich versuche darauf zu achten woher ich mein Fleisch beziehe und verzichte lieber, wenn ich keine Kontrolle darüber habe. Das Buch habe ich nicht gelesen, aber vielleicht werde ich es mal tun! Danke für die Empfehlung.

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  4. Ich bin Vegetarierin und habe mir das Buch eben bestellt. Ich hatte noch einen Gutschein. Ich finde es toll das auch Fleischesser ein Buch wie dieses in die Hand nehmen :D

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  5. ich muss sagen, ich werd mir das buch auch mal durchlesen. ich versuch hin und wieder mal bewusster mit fleisch zu leben, aber nicht immer gelingts. gerade nicht bei dem leckeren döner an der ecke ^^ ich denke das buch wird mir auch ein wenig mehr die augen öffnen... danke für dieses thema...

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  6. Das Buch kannte ich garnicht, danke fürs vorstellen.
    Ich werde mir das auch mal kaufen udn es dann bestimtm laaaange vor mir herschieben bis ich mich dann endlich überwinde es zulesen.

    Einer meienr Vorsätze für dieses Jahr ist nämlich auch "weniger Fleisch" aber bisher hat es noch nicht geklappt.
    Ich habe nichts gegen Fleisch essen aber auch ohne dieses Buch weiß ich unter welchen Bedingungen die Tiere leben udn geschlachtet werden und immer wenn ich mir während des essens einen Moment Zeit nehme darübe rnachzudenken was ich da gerade esse, fühle ich mich abscheulich =/

    Iwie fehlt so der letzte Tropfen auf dem heißen Stein damit ich das auch mal durchziehe, vielelicht kann mir das Buch ja dabei behilflich sein =)

    LG Mika

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  7. Ich lese das Buch bewusst nicht. Denn es würde mich zum Vegetarier machen, ich will aber keiner sein :D Ich achte aber ganz genau auf das was ich kaufe. Immerhin.

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  8. Das ist ohne Zweifel sicher ein großartiges Buch! Allein dass es so deutlich darauf aufmerksam macht was Sache ist und offenbar schon viele Leute daraus gerlent haben! Finde ich großartig :D Ich habe es zwar nicht gelesen, aber ich vertrete solche Ansichten eigentlich schon lange.

    Ich "verzichte" nicht bewusst auf Fleisch, ich esse einfach eher selten und wenig davon. Und wenn, dann achte ich penibel darauf dass es kein Tier aus Masssentierhaltung ist dass mit Antibiotika vollgestopft wurde und wie ein Ding und nicht wie ein Lebewesen behandelt wurde etc.

    Einige Kommentatoren haben es ja ohnehin schon sehr gut ausgedrückt: Man muss nicht ganz auf Fleisch verzichten, aber man sollte es tun, wenn man nicht kontrollieren kann ob bei der Produktion alles "mit Rechten Dingen" zugegangen ist.
    Wobei "Produktion" bei Fleisch ohnehin ein trauriges Wort ist, weil das die Tatsache dass es ein Produkt ist dass von einem Lebewesen stammt, in den Hintergrund rückt...

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  9. Offtopic:
    Ich habe gerade deinen Kommentar bei Innen & Außen gelesen.
    Einen Vergleich zwischen dem Illuminating Powder und den Météorites Puderperlen von Guerlain findest du hier: http://zeroutine.blogspot.com/2011/01/review-guerlain-meteorites-puderperlen.html

    Liebe Grüße
    Denise

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  10. ich habe das buch auch schon länger auf engisch liegen, habe aber tatsächlich etwas "angst" davor es zu lesen...total behämmert...

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  11. Find ich sehr gut, dass Du das Buch gelesen hast und nun merkst, dass Du etwas bewusster wirst. Denn nur der bewusste Konsum von Tierprodukten kann langfristig etwas verändern in dieser Welt!
    Ich versuche, so vegan/vegetarisch zu leben wie möglich, seitdem ich den Film "Earthlings" gesehen habe. Der ist hart, aber SEHR empfehlenswert, denn er beschreibt, was wir Menschen den Tieren antun. Und auch wenn ich nicht persönlich der Kuh die Kehle durchschneide, bin ich am Mord beteiligt, wenn ich das Steak auf meinen Teller lege. Klingt hart, ist aber genau so.
    So Sätze wie "ich lese das nicht, weil dann werde ich Vegetarier und das will ich nicht" sind nicht nur kindisch und dumm, sondern auch arrogant. Eine Auseinandersetzung mit dem, was in dieser Welt passiert, ist LEBENSwichtig für uns und unsere Kinder und Enkel...oder wollen wir denen mal eine Erde präsentieren, die nichts mehr "hergibt" und von deren Früchten man nicht leben kann?

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  12. Ich will dieses Buch auch! Ich bin einfach nciht dazu gekommen es zu kaufen. Aber ich werde es auf jeden fall noch lesen
    Grüße

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  13. Dieses Buch möchte ich auch unbedingt noch lesen.
    Ich weiß nur noch nicht, ob ich warten soll, bis es als Taschenbuch rauskommt oder ob mich die Neugier dazu bringt, es früher zu kaufen. :-)

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  14. Find' ich super, dass du bewusster essen möchtest. :)
    Ich habe das Buch kürzlich auch endlich gelesen, und ja, es hat definitiv großes Potenzial wachzurütteln. Ohne gehobenen Zeigefinger, sondern ganz persönlich, bedacht und nachvollziehbar.

    Allerdings bin ich bereits seit über einem Jahrzehnt Vegetarierin und seit einem Jahr vegan. Das heißt für mich stand nicht viel neues im Buch. Dennoch hat es mir wieder einige Fakten ins Gedächtnis gerufen und es war schön so konkret davon zu lesen.

    Hoffentlich wird das Buch noch vielen vielen weiteren Menschen die Augen öffnen. :)

    Viele Grüße
    Erbse

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  15. Hi.
    Ich habe dich auf unserem Blog verlinkt!!!
    LG Nisi von den Beautyrebellen

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  16. vorneweg finde ich es wirklich klasse, dass du es nicht scheust solch ein doch recht kritisches thema auf deinem blog anzusprechen!

    ich bin zwar keine vegetarierin, jedoch esse ich fleisch in maßen und nicht in massen.

    das leidige "problem" bei solchen büchern ist immer die langzeitwirkung, die natürlich zum allergrößten teil vom leser selbst abhängt.

    ein vergleich:

    läuft in einschlägigen tv-magazinen eine reportage über die zustände der massentierhaltung in schlachtbetrieben, gibt es sicher erstmal diejenigen, die wegschalten, weil sie es nicht sehen möchten. ganz nach dem prinzip "ich verschließe meine augen im wahrsten sinne des wortes".

    der teil, der dabei bleibt lässt sich wiederum aufspalten. in diejenigen mit konsequenz und jene ohne. erstere überdenken fortan mit weit mehr bewusstsein ihr tatsächliches konsumverhalten und nehmen bestenfalls änderungen vor. die letzteren sind zwar ohne zweifel ziemlich schockiert und sitzen für die kommenden minuten, in denen die brutale realität über den bilschirm flimmert, paralysiert vor der röhre; am anderen morgen geht´s allerdings wieder putzmunter und mit blindenstock in unsere geiz-ist-geil-gesellschaft. *ironie an* ist ja auch irgendwie am bequemsten (...) *ironie aus* möglicherweise wird sich dann auch noch mit der nachbarin darüber muniert, mit welchem recht der jeweilige sender nur solche grausamkeiten zeigen kann/darf, während man genüsslich ins kühlregal greift.

    werde mir dieses buch definitiv auch noch zur brust nehmen. und so sollte es übrigens jeder tun, der nur einen funken verstand besitzt. unabhängig davon, welche entscheidung er anschließend für sich selbst trifft.

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  17. @Hobbitmädchen: Sehe ich genauso.

    @Dani: Danke! ♥

    @Klee: Das schöne ist ja, daß wir die Wahl haben. Niemand wird durch das was er isst die Welt verändern. Aber wir können unsere Maßstäbe selber festlegen und das tun, was in unseren Augen richtig ist.

    @GreenwithPurple: Wenn nicht Fleischesser, wer dann? ;D

    @Hormonkeks: Es ist wirklich ein Augenöffner ;D

    @Mika: Ich habe ziemlich schnell gemerkt, daß ich ohne Fleisch viel gesünder, bewusster und abwechslungsreicher esse. Das macht es sehr viel einfacher denn anstelle des Verzichts rückt der positive Eindruck der Bereicherung.

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  18. @Alice: Ja, eine guten Mittelweg zu finden ist sehr schwierig.

    @VarisVarjo: Ich finde es sehr schwierig an wirklich "unbedenkliches" Fleisch ranzukommen. Da scheint es viele Schlupflöcher und Haken zu geben. Leider.

    @Zeroutine: Cool. Danke für den Hinweis!

    @Marswuerm: Naja, wir haben ja alle manchmal Angst vor Veränderungen. Ist denke ich normal.

    @jella: Ich stimme 100% mit Dir überein.

    @Leslie: Bin gespannt, wie Du es findest.

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  19. @Raine: Ich hatte Glück, es war ein Geburtstagsgeschenk. Da muß ich mir darüber wenigstens keine Gedanken machen... XD

    @Erbse: Ich denke auch, daß der große Reiz/Erfolg dieses Buches in seiner sehr reflektierten, persönlichen und nicht missionarischen Art liegt. Es ist zudem eine wirklich gute Zusammenfassung, die man sich immer mal wieder vornehmen kann, wenn man ins Schwanken gerät. :D

    @Nisi: Danke! ♥

    @Sally: Naja, es ist ein Thema das mich schon lange beschäftigt, wirklich jeden etwas angeht und viel Potential für interessante Diskussionen bietet. Klar spreche ich das hier im Blog an. Wenn nicht, wäre ich nicht ehrlich mit mir selber und meinen Lesern. Der Langzeiteffekt ist natürlich so eine Sache. Ich habe mir fest vorgenommen, das Buch immer mal wieder hervorzunehmen wenn ich merke, daß ich nicht mehr so bemüht bin. Hoffentlich klappt's! ;D

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  20. Nichts anderes habe ich mit meinem Beitrag gemeint, nur dass wir uns nicht falsch verstehen: Wenn ich sage "ich versuche darauf zu achten woher ich mein Fleisch beziehe" dann meine ich damit, ich kaufe bei ortsansässigen Schlachtern bzw. Metzgern, was natürlich einfacher ist, wenn man auf dem Land lebt (wo ich herkomme). Wenn ich das nicht kann, finanziell oder weil ich mich in der Stadt nicht auskenne (wie da wo ich wohne), oder ich keine Zeit habe zu kochen, esse ich kein Fleisch.

    Ich freue mich allerdings schon, wenn die Leute in meiner Umgebung mal ein bisschen über die Masse an Fleisch nachdenken, die sie jeden Tag zu sich nehmen. Das ist vollkommen überzogen. Viele Bauern haben überhaupt nicht mehr die Wahl ihre Tiere artgerecht zu halten, weil sie ihr Fleisch in abartigen Massen zu unterirdischen Preisen verhökern müssen.

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  21. Apropos, der Film "We feed the World" ist auch sehr informativ, ohne belehrend zu wirken. Nicht nur auf Fleischkonsum bezogen, sondern praktisch alles, was wir so zu uns nehmen.

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  22. ist es denn so lesenswert wie alle sagen !?

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  23. @Klee: Oh, keine Sorge. Meine Antwort war eher so in Richtung "Supportive-thumbs-up-Kommentar" gemünzt. :D

    @Peppermint: Also ich finde definitiv ja.

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  24. Ich bin bei den ganzen Fleischskandalen echt froh, dass ich seit 9 Jahren Vegetarier bin. Die Einstellung von früher mit dem Sonntagsbraten und dass man halt einmal die Woche Fleisch hatte, finde ich auch sehr richtig. Ich glaube, unter den Umständen wäre ich auch kein Vegetarier geworden. Liebe Grüße! Miri von just-me-ri.blogspot.com

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  25. @Moeri: Da hast Du Recht. Das macht nicht wirklich Lust auf Fleisch.

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