[Challenge] Review N°1 - Iwan Turgenew: Erste Liebe

Nachdem sich die bereits gelesenen Bücher seid Wochen auf meinem Schreibtisch stapelt ist es wohl langsam an der Zeit, mit der kleinen Review-Serie zu beginnen, die ich mir im Rahmen einer Blogger-Challenge auferlegt habe *räusper*:


Heute stelle ich Euch also Erste Liebe vor, eine Novelle von Iwan Sergejewitsch Turgenew aus dem Jahre 1860.

Worum geht's?

"Vladimir erinnert sich an seine erste Liebe. Mit 16 Jahren verfällt er der 5 Jahre älteren Fürstentochter Zinaida. Doch Vladimir muß erfahren, daß er nur als Spielzeug zur Befriedigung ihrer Launen gedient hat. Zinaida liebt einen anderen. Eine schmerzhafte und bittere Erkenntnis.

Vladimir verbringt den letzten Sommer vor Beginn der Universität mit seinen Eltern in einer Villa auf dem Land. In kindlicher Sorglosigkeit durchstreift er die Gegend, reitet aus, übt sich im Umgang mit dem Gewehr während die Tage träge dahinfließen. Das Verhältnis zu seinen Eltern ist durch respektvolle Kühle und Distanz bestimmt und auch deren Ehe ist eine reine Vernuft- bzw. Nutzverbindung, die die wohlhabende Mutter in fortwährende Unzufriedenheit und Eifersucht stürzt, während sich der gutaussehende Vater streng, kalt und abweisend gibt. Das alles ändert sich schlagartig, als im Nachbarhaus die Fürstin Zasekina gemeinsam mit ihrer jungen und schönen Tochter Zinaida einzieht. Im Handumdrehen ist es um Vladimir geschehen. Er hat nur noch Augen für Zinaida, weicht ihr kaum noch von der Seite. Seine Tage, Abende und Nächte verbingt er meist mit der hübschen Fürstentochter und einer Ansammlung skuriller "Kavaliere", allesamt bemüht, das Herz ihrer "Königin" zu erobern. Zinaida aber gibt sich unnahbar. Während Vladimir an seiner Liebe fast zu Grunde geht, spielt sie ihre Spielchen mit den willigen Herren und ist doch geprägt duch eine innere emotionale Leere. Bis sie sich ganz unverhofft selber verliebt. Wer der unliebsame Nebenbuhler ist, erfährt Vladimir durch Zufall. Der Skandal ist perfekt, und hier endet meine Kurzbeschreibung, denn ich will Euch ja nicht alles vorwegnehmen... ;D

Meine bescheidene Meinung

Ich liebe russische Literatur! Jedes russische Buch, das ich bisher gelesen habe, entführte mich in eine exotische Welt, sehr unterschwellig zwar, aber deutlich genug um zu ahnen, daß hier etwas Fremdes zwischen den Zeilen verborgen liegt. So auch geschehen in Erste Liebe. Während ich anfänglich noch über die altmodische Sprache stolpere, entwickelt das Buch recht schnell seinen Zauber und versetzt mich zurück in jenen Sommer in Russland, in dem sich Vladimirs "tragische" Geschichte abspielt. Aus heutiger Sicht wird dem Leser relativ früh klar, was Sache ist und auch der "Skandal" an sich schockiert wohl kaum noch. Es gelingt dem Autor aber, das Lebensgefühl der damaligen Zeit bis in die Gegenwart zu transportieren und den jungen Vladimir mit all seinen Befindlichkeiten respektvoll zu portraitieren. Letzten Endes ist dies ein Buch über die Wirrungen der Pubertät und jeder Teenager dürfte sich eigentlich problemlos mit Vladimir identifizieren können. Für all diejenigen, die die Pubertät hinter sich gebracht haben, bietet das Buch nicht viel Neues, aber es unterhält mit seiner Geschichte und wird nie langweilig.

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