In The Making

Da der Comic nun abgeschlossen und auf dem Weg zur Druckerei ist, wird es höchste Eisenbahn bisher aufgeschobene Projekte zu beenden. Außerdem muß ja auch irgendwie die Kohle rein für die immer rasanter anwachsende Liste an Comics, die ich mir in München zulegen möchte... *schwitz*.

Und weil ich mir dachte, daß es vielleicht doch den ein oder anderen unter Euch interessieren könnte, wie ich so arbeite hier mal ein waschechtes "Making of" einer Auftragsmalerei, die diese Woche fällig ist.

Schritt 1: Reinzeichnung der Skizze. Mit der Originalskizze bin ich zum Copyshop gewackelt und habe mir eine gespiegelte Kopie in DinA3 anfertigen lassen. Die habe ich dann mit einem sehr weichen Bleistift (4B und mehr B sind super) abgezeichnet und noch eine weitere Figur eingearbeitet.


Schritt2: So sieht das Ganze dann aus, wenn es auf die Arbeitsfläche (in diesem Fall ein Holzbrett) übertragen wird. Jetzt ist auch klar, warum ich das so mühsam gespiegelt hab. So kann ich nämlich die Zeichnunge einfach durch Schaben mit einem Pfalzbein quasi auf das Holz "drucken".


Schritt3: Dann übermale ich alle Bereiche, die später Farbig werden sollen mit weißer Farbe (Acryl oder Gouache). Ursprünglich wollte ich die Holzstruktur an einigen Stellen durchscheinen lassen, daher die Aussparungen.


Schritt4: Bevor es dann an die eigentliche Pinselei geht, richte ich mich gemütlich ein und baue alles um mich rum auf, was ich eventuell später benötigen könnte. Wichtig: Mindestens zwei Becher mit Wasser, damit die Pinsel bei dem Farbwechseln auch wirklich sauber werden. Erstaunlich, wie sauber und ordentlich das anfangs immer noch aussieht (Nicht im Bild: Literweise Kaffee & Schokolade).

Dann geht's los. Ich lege die Grundfarben für den Hintergrund fest und arbeite mit Acryl die einzelnen Farbflächen aus. Ein paar Details (z.B. bei den Vögelchen) male ich auch schonmal rein. Meine "Technik" beschränkt sich dabei auf wildes Pinseln und Mischen und nochmal Überpinseln und zwar so lange, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. Ich hasse Paletten, weil da immer die Farbe so schnell eintrocknet und grundsätzlich NIE ausreicht und deswegen mische ich, wenn es möglich ist, immer direkt auf dem Bild (*ohoh*).




Schritt5: Hier füge ich kleine Details wie Blattwerk, Umrisse, Highlights und Schatten ein. Die restlichen Flächen werden auch ausgemalt. Auch hier pinsel ich so lange herum, bis mir das Endergebnis gefällt. Die Blätter habe ich mit wasserlöslicher Kreide (Caran D'Ache) gezeichnet, weil mir der grobe Strich gut gefällt. Einen Großteil der Schatten habe ich ebenfalls mit diesen Kreidestiften gezeichnet und dann ganz leicht mit einem Pinsel verwischt. Für die Umrisslinien habe ich wasservermischbare Farbstifte von Faber-Castell benutzt. Die Sind supi, wenn man auf leicht "körnige" Umrisse steht. Je nach gewünschter Intensität kann man auch nochmal mit einem feuchten Pinsel über die Striche gehen und das Ganze ein bisschen "aquarellieren". Abschließend bin ich mit weißer Acrylfarbe an das Bild gegangen und habe noch ein paar Highlights gesetzt (z.B. Augen, Wangenknochen, Haare) und habe die Holzstruktur der Unterlage mit etwas Kreide betont. Et voilá:


Und dann muß nur noch Fixativ drauf und feddisch ist das Ganze. Ich benutze meistens das Acryl-Fixativ von Lascaux (wenn ichs kriegen kann), weil man damit so ziemlich jedes Material auf jedem Untergrund fixieren kann.

So draußen scheint die Sonne also husch!

Bob Ross die Véro

Kommentare:

  1. Boah, sieht das spitze aus!
    Sehr beeindruckend, Fräulein Kirschvogel!
    Ich träume ja schon seit Äonen davon mehr "analog" zu arbeiten, allein es fehlt mir die Kenntnis...
    Ist auf jeden Fall superinteressant für mich diese Technik, vielleicht probier ichs ja mal aus.
    Merci!!

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  2. Dankefein! :D

    Mit der Kenntis hab ichs ja auch net so... das lernt man eh am besten beim Malen selbst.

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  3. sehr inspirierend :) danke.

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